Fender Telecaster "Phantomcaster"

Nun spielt er auch noch Telecaster

Ja, ja, ja. Ich weiß jetzt was Ihr denkt: "was zur Hölle macht der Typ mit ner Country-Klampfe ?". Nur, diese Tele ist eben etwas anders als die klassische, typische Telecaster und nein, es ist auch keine Fender Jim Root Signature Telecaster, die ja auch in Wahrheit keine richtige Telecaster ist, weil sie aus anderem Holz gefertigt ist, daher völlig anders klingt und quasi nur wie ne Telecaster ausschaut. Doch meine Fender Telecaster Blacktop "Custom" hier, ist wirklich eine richtige Telecaster, nur eben mit Humbuckern und einigen, für mich notwendigen Änderungen.

Fender Telecaster Phantomcaster

Was haste denn nun schon wieder...

Ich habe ein Set Black Hawks von Bare Knuckle Pickups eingebaut, denn diese Pickups sind der Wahnsinn. Tight und fokusiert wie aktive Pickups, aber dynamisch, fett und knurrig wie es nur passive Pickups (speziell BKP´s) können.

Fender Telecaster Phantomcaster

Dann gab es natürlich ein paar Klemmmechaniken ohne die ich einfach nicht kann, oder besser gesagt nicht will. In dem Fall verwende ich Planet Waves PWAT-6R2 Auto-Trim Mechaniken, die neben der grandiosen 18:1 Übersetzung und der Lockingfunktion auch noch das Saitenende beim Saiten aufziehen automatisch sauber abschneiden, außerdem sind die schön leicht. Aber der wichtigste Umbau war wohl das Nachrüsten der fehlenden Saitenerdung, da hat Fender nämlich geschlampt, denn bei der Telecaster Blacktop (zumindest den älteren Modellen) gibt es schlicht keine Saitenerdung! Das war jedoch schnell behoben: Brücke runter, ein kleines Loch zum PU-Fach gebohrt, Draht durch und auf Masse gelötet, fertig ist die Saitenerdung.

Fender Telecaster Phantomcaster - Bare Knuckle Pickups Black Hawk Set

Weitere Änderungen waren der Elektronik-Qualität geschuldet, so hab ich der Tele einen hochwertigen Allparts EP-4362-000 gegönnt, sowie spezielle CTS Potis mit Vintage Taper. Logisch, es musste auch eine schwarze Control-Plate her. Der inzwischen schon beinahe obligatorische NOS Paper MilSpec Kondensator, kam diesesmal jedoch nicht zum Einsatz, denn die Tele hat nun kein Tonepoti mehr, stattdessen kommt ein vandalismussicherer Killbutton zum Einsatz.

Dazu gabs auch bei dieser Gitarre noch die Komplett-Abschirmung mit Kupferfolie, hochwertiges Braidedwire und Pushbackwire, das alles wie immer sauber verarbeitet und fertig ist die hochwertige Metal Telecaster.

Fender Telecaster Phantomcaster - Sperzel Tuner

Gestimmt ist die Gitarre auf Standard B (H E A D Fis H). Ich verwende Pyramid Pure Nickel 13-56er Saiten (7 Saiter Satz). Pure Nickel Saiten machen in der Regel weniger Output, weil der Pickup durch den höheren Nickelanteil der Saiten weniger Strom induziert als solche mit höherem Stahlanteil. (mehr Stahlanteil in den Saiten = mehr magnetisch = der Tonabnehmer liefert mehr Power). Das kommt dem Sound der Gitarre aber zu gute, denn so fette Saiten wie ich sie verwende (immerhin 56er), liefern auf Grund der hohen Masse (und damit erheblich größere Auslenkung der Saite) schon mehr Output und es soll ja noch thigt und sauber in den tieferen Frequenzen bleiben. Außerdem sind Pure Nickel Saiten etwas "dunkler" im Klang gegenüber Nickel-Stahl Saiten, was ich aber ehr als ausgewogener empfinde, denn wirklich Dumpf sind die nicht, halt nur nicht so "kreischig" oder "bissig", ganz davon abgesehen das Pure Nickel Saiten selbst bei derbem Handschweiß extrem lange "ihren" Klang behalten ohne dumpfer und lebloser zu werden.

UPDATE:

Nach nun mehr vier Jahren waren neue Bünde fällig, denn was Fender da verbaut ist weich wie Butter. Schon nach einem Jahr gab es deutliche Spuren auf den Bünden und nach zwei weiteren Jahren waren die Bünde einfach runter, weshalb Olli von Helliver Guitars meine sexy Latina in seinen magischen Fingern hatte. Nun hat Sie richtige Bünde mit 18% Nickelanteil, welche noch einmal speziell gehärtet wurden, ach ja und nen Knochensattel hat sie nun auch.

Die BKP BlackHawks sind rausgeflogen denn die Spulenkörper wurden konduktiv (leitend) und es gab massive Störungen wenn man die Pickups berührt hat. What? Ist wohl inzwischen kein unbekannten Problem mehr bei BKP, denn anders als bei "normalen" Pickups, ist hier der Spulenkörper nicht aus Kunststoff, sondern waximprägnierter Hartpappe. Feuchtigkeit zieht ein und das wars dann. Die Pickups habe ich zwar eingesendet und die wurden dann auch anstandslos getauscht, aber ich hatte in der Zwischenzeit einfach meine alten Lieblingspickups: Seymour Duncan Custom und SD Jazz eingebaut und gemerkt wie sehr ich diese Teile einfach vermisst habe. Das war einfach so ein "endlich wieder zu Hause" Moment. Seid dem stelle ich immer wieder fest dass der Duncan Custom (SH-5 bzw. TB-5) und der Jazz (SH-2N) das perfekte Match sind in Gitarren mit Erle-Korpus und Ahorn-Hals.

Das Tonepoti flog auch raus, stattdessen gibt es nun einen Killbutton. Da nun aber das Tonpoti fehlt und sich logischerweise auch der Sound geändert hat, habe ich meine "FTP" Schaltung (Fake Tone Pot) eingebaut. Wer jetzt raunt das es doch egal sei ob ein Tonpoti offen, oder gar nicht vorhanden ist, dem sei gesagt das bei einem offenem Tonpoti der Kondensator in Reihe mit dem Widerstand des Potis gegen Masse geht. Diese RC Kombi liegt also parallel zu den 500K des Volumepotis. (eintweder zu R2 des Potis, also der Widerstand zwischen Schleifer un Masse, oder je nach Schaltung auch zum ganzen Poti) Es macht also schon einen Unterschied ob ein Tonpoti offen, oder gar nicht vorhanden ist und genau aus dem Grund haben auch Kondensatoren des Tonpotis Einfluss auf den Sound, selbst wenn das Poti offen ist. Die FTP Schaltung ist also nichts weiter als ein 22nF Kondensator am Schleifer des Volumepotis, der über einen 500K Widerstand auf Masse geht. (Alternativ ein 500K Widerstand am Ausgang des Volumepotis der über einen 22nF auf Masse geht) Kann man auch schaltbar machen, denn ohne Tonepoti gibt der Pickup mehr Gas und der Sound wird auch was fieser obenrum.
Fazit ist, ich liebe diese Gitarre einfach.

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